Rückenschmerzen sind eine echte Volkskrankheit und zählen in Deutschland zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen. Dabei sind die Ursachen vielfältig: Von Bewegungsmangel über einseitige Belastungen am Arbeitsplatz bis hin zu Übergewicht können viele Faktoren im Spiel sein. Wir informieren Sie in diesem Blogbeitrag über die 7 häufigsten Ursachen von Rückenschmerzen und vor allem darüber, was Sie dagegen tun können.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Muskelverspannungen oder Muskelzerrungen
- Bandscheibenvorfall
- Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule (z. B. Arthrose)
- Fehlhaltungen und schlechte Körpermechanik
- Minderwertige Matratzen oder schlechte Schlafposition
- Schwache Bauch- und Rückenmuskulatur
- Schlechte ergonomische Bedingungen am Arbeitsplatz
- Den Rücken wirksam behandeln
Das Wichtigste in Kürze
- Oftmals gehen Rückenschmerzen auf körperliche Ursachen wie Muskelverspannungen, degenerative Veränderungen wie Arthrose oder einen Bandscheibenvorfall zurück.
- Häufige äußere Einflüsse, die zu Rückenschmerzen führen, sind Fehlhaltungen und eine schlechte Körpermechanik, minderwertige Matratzen, schlechte Schlafpositionen und schlechte ergonomische Bedingungen am Arbeitsplatz.
- Mit einer professionellen Rückentherapie und gezieltem Krafttraining können Sie Ihrem Rücken zu alter Form verhelfen und auch zukünftigen Komplikationen vorbeugen.
Muskelverspannungen oder Muskelzerrungen
Oft gehen die Rückenschmerzen auf recht harmlose Ursachen wie Muskelverspannungen oder Muskelzerrungen zurück. Überlastung, Fehlbelastung oder langes Sitzen führen zu verkrampften Muskeln im Rücken, was wiederum Schmerzen und Unbehagen mit sich bringt. Durch die dauerhaft erhöhte Spannung in der Muskulatur verschlechtert sich die Durchblutung, wodurch ein Teufelskreis aus Schmerzen, Schonhaltung und weiterer Verspannung entstehen kann.
Das hilft bei Muskelverspannungen:
- Wärme anwenden: Wärmekissen, Wärmepflaster oder eine Wärmflasche fördern die Durchblutung und helfen, verspannte Muskeln zu lockern. Bereits 15 bis 20 Minuten Wärmeanwendung können spürbare Linderung bringen.
- Unser Tipp: „Feuchte Wärme“ – sie stellt eine effektive und kostengünstige Tiefenwirkung für Zuhause dar. Hierfür einfach ein feuchtes Handtuch direkt auf die Haut und darüber eine Wärmflasche legen.
Vorsicht: Verbrennungsgefahr! Die Kontaktnässe zwischen Wärmeträger und Haut lässt die Wärme deutlich schneller in das Gewebe ziehen als bei trockener Wärmeanwendung. Daher sollte man immer mit niedriger Temperatur beginnen. - In Bewegung bleiben: Vermeiden Sie Schonhaltungen und bleiben Sie aktiv. Sanfte Sportarten wie Schwimmen, Nordic Walking oder Yoga lockern die Muskulatur und beugen weiteren Verspannungen vor.
- Gezielte Dehnübungen: Regelmäßiges Dehnen der Rückenmuskulatur – etwa durch die Katzenbuckel-Übung im Vierfüßlerstand – entspannt verkrampfte Muskeln und verbessert die Beweglichkeit.
- Massagen und Triggerpunktbehandlung: Eine professionelle Massage oder Triggerpunkttherapie kann hartnäckige Verspannungen lösen. Auch das selbstständige Triggern Zuhause hilft, hartnäckige Verspannungen zu lösen. Wie das geht zeigen wir Ihnen.
- Stress reduzieren: Da Stress ein wesentlicher Faktor für Muskelverspannungen ist, können Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Meditation unterstützend wirken.
- Krafttraining: Ein essentieller Bestandteil bei der Prävention und Behandlung von Verspannungen ist ein regelmäßiges submaximales Krafttraining zum Muskelaufbau. Neben der Haltungsverbesserung mindert sich so auch nachhaltig die Anfälligkeit für Verspannungen in der Muskulatur.
Bandscheibenvorfall
Der Bandscheibenvorfall ist eine weitere häufige Ursache für Rückenschmerzen. Dieser entsteht, wenn die Bandscheibe zwischen den Wirbeln hervortritt und auf Nerven drückt, was starke Rückenschmerzen verursachen kann. Häufig strahlen die Schmerzen in die Beine aus und es können Taubheitsgefühle oder Kribbeln auftreten. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist keine Operation notwendig. Etwa 90 Prozent aller Bandscheibenvorfälle können konservativ behandelt werden.
Das hilft bei einem Bandscheibenvorfall:
- Physiotherapie als Kernstück: Eine gezielte physiotherapeutische Behandlung stärkt die Rückenmuskulatur, verbessert die Beweglichkeit und entlastet die Bandscheiben. Übungen wie Bridging (Brücke), dynamische Planks oder die Katze-Kuh-Übung stabilisieren den Rumpf und fördern die Beweglichkeit.
- Schmerzmedikamente zur Überbrückung: Kurzzeitig können entzündungshemmende Schmerzmittel helfen, damit Sie sich wieder normal bewegen können, denn Bewegung ist die beste Medizin.
- Aktiv bleiben statt Bettruhe: Entgegen früherer Empfehlungen raten Experten und Expertinnen heute dazu, möglichst schnell wieder in Bewegung zu kommen. Leichte Aktivitäten wie Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren unterstützen den Heilungsprozess.
- Rückenschonende Verhaltensweisen erlernen: In der Rückenschule lernen Sie, wie Sie richtig sitzen, heben und tragen, um Ihre Wirbelsäule im Alltag zu entlasten.
- Geduld haben: Die Heilung dauert in der Regel sechs bis zwölf Wochen. Mit konsequenter Therapie und regelmäßigen Übungen können die meisten Patienten und Patientinnen ihre volle Beweglichkeit zurückerlangen.
- Krafttraining: Eine stärkere Stützmuskulatur schützt die gefährdeten Körperregionen und entlastet die passiven Strukturen nachhaltig.
Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule (z. B. Arthrose)
Im Laufe der Jahre und mit zunehmendem Alter kann sich die Wirbelsäule degenerativ verändern. Ein häufiges Beispiel ist die Arthrose der Facettengelenke (Spondylarthrose), bei der sich die kleinen Wirbelgelenke abnutzen. Der Knorpel verschleißt, wodurch es zu Schmerzen, Steifheit und Bewegungseinschränkungen kommt. Typisch sind sogenannte Anlaufschmerzen, also Beschwerden nach dem Aufstehen oder nach längeren Ruhepausen.
Das hilft bei Wirbelsäulenarthrose:
- Bewegung ist das A und O: Regelmäßige körperliche Aktivität fördert die Durchblutung und unterstützt die Regeneration. Schonung hingegen ist langfristig kontraproduktiv. Rückenfreundliche Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Aquagymnastik sind besonders empfehlenswert.
- Rückenmuskulatur gezielt stärken: Durch Kräftigungsübungen stabilisieren Sie Ihre Wirbelsäule und entlasten die betroffenen Gelenke. Ein Physiotherapeut oder eine Physiotherapeutin kann Ihnen einen individuellen Übungsplan erstellen.
- Wärmetherapie: Wärmeanwendungen sind wohltuend, entspannen die umliegende Muskulatur und können die Wiederaufnahme von Bewegung begünstigen.
- Haltung verbessern: In der Rückenschule lernen Sie, wie Sie trotz Arthrose aufrecht und möglichst schmerzfrei sitzen und sich bewegen können. Auch hier ist wieder der Muskelaufbau ein entscheidender Faktor.
- Ernährung anpassen: Eine ausgewogene, entzündungshemmende Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann die Gelenke unterstützen. Reduzieren Sie tierische Fette und Zucker.
Fehlhaltungen und schlechte Körpermechanik
Viele nehmen im Alltag eine falsche Körperhaltung ein oder heben schwere Gegenstände falsch, was den Rücken akut sowie auf Dauer überlasten und zu Schmerzen führen kann. Typische Fehler sind ein gekrümmter Rücken beim Sitzen, das Heben aus dem Rücken statt aus den Beinen oder stundenlanges Verharren in der gleichen Position. Mit der Zeit führen diese Gewohnheiten zu muskulären Dysbalancen und chronischen Beschwerden.
Das hilft bei Fehlhaltungen:
- Bewusstsein schaffen: Achten Sie im Alltag auf Ihre Körperhaltung. Stehen und sitzen Sie aufrecht mit geradem Rücken und entspannten Schultern.
- Richtiges Heben lernen: Gehen Sie beim Heben in die Knie und heben Sie mit geradem Rücken aus den Beinen. Halten Sie schwere Lasten nah am Körper und vermeiden Sie Drehbewegungen.
- Regelmäßig Position wechseln: Vermeiden Sie langes Verharren in einer Position. Stehen Sie alle 30 bis 60 Minuten auf, strecken Sie sich und bewegen Sie sich kurz.
- Rückenschule besuchen: Hier lernen Sie systematisch rückengerechte Bewegungsabläufe für den Alltag, vom Sitzen über das Stehen bis hin zum Tragen.
- Ergonomische Hilfsmittel nutzen: Höhenverstellbare Schreibtische, ergonomische Stühle oder Stehpulte können helfen, Fehlhaltungen zu korrigieren.
- Muskuläre Balance herstellen: Einseitige Belastungen führen zu Dysbalancen. Gezieltes Training der schwächeren Muskelgruppen schafft Ausgleich.
Minderwertige Matratzen oder schlechte Schlafposition
Wurde an der Matratze auf Kosten der Qualität gespart oder wird regelmäßig in ungünstigen Positionen geschlafen, kann dies ebenso zu Rückenschmerzen führen. Im Schlaf verbringen wir etwa ein Drittel unseres Lebens. Wird der Rücken dabei nicht ausreichend gestützt oder unnötig belastet, macht sich das häufig durch morgendliche Schmerzen und Steifheit bemerkbar.
Das hilft bei Schlafproblemen für den Rücken:
- Die richtige Matratze wählen: Eine gute Matratze passt sich Ihrer Körperform an und stützt die Wirbelsäule in ihrer natürlichen S-Form. Lassen Sie sich im Fachhandel individuell beraten. Der Härtegrad sollte zu Ihrem Körpergewicht passen.
- Matratze regelmäßig erneuern: Nach etwa acht bis zehn Jahren verliert eine Matratze ihre Stützfunktion. Investieren Sie rechtzeitig in eine neue.
- Schlafposition optimieren: Die Seitenlage mit leicht angewinkelten Beinen gilt als besonders rückenfreundlich. In der Rückenlage kann ein kleines Kissen unter den Knien die Lendenwirbelsäule entlasten. Die Bauchlage sollten Sie möglichst vermeiden, da sie den Nacken belastet.
- Das passende Kopfkissen wählen: Das Kissen sollte den Kopf so stützen, dass die Halswirbelsäule eine gerade Linie mit der restlichen Wirbelsäule bildet – nicht zu hoch und nicht zu flach.
- Lattenrost prüfen: Auch der Lattenrost trägt zur Unterstützung bei. Er sollte auf Ihre Matratze abgestimmt sein und nicht durchhängen.
Schwache Bauch- und Rückenmuskulatur
Wie Ihre Bauch- und Rückenmuskulatur ausgeprägt ist, hat maßgeblichen Einfluss darauf, wie gut Ihre Wirbelsäule stabilisiert wird. Diese Muskelgruppen bilden zusammen das sogenannte „Muskelkorsett„, das Ihre Wirbelsäule stützt und schützt. Sind die Muskeln eher schwach, kann dies zu einer erhöhten Belastung der Bandscheiben und zu Rückenschmerzen führen. Auch Schonhaltungen und Bewegungsmangel schwächen die Muskulatur zusätzlich.
Das hilft bei schwacher Rumpfmuskulatur:
- Core-Training etablieren: Übungen wie Planks, Seitstütz oder Beckenheben stärken gezielt die tiefliegende Rumpfmuskulatur. Schon 10 bis 15 Minuten täglich können einen großen Unterschied machen.
- Bauchmuskulatur nicht vergessen: Eine starke Bauchmuskulatur entlastet den unteren Rücken. Übungen wie der „Curl-Up“ oder das Anspannen der Bauchmuskeln im Stehen trainieren diesen Bereich.
- Rückenextensoren kräftigen: Übungen wie Klimmzüge oder Rückenstrecker an Geräten stärken die Rückenmuskulatur.
- Regelmäßigkeit ist entscheidend: Bauen Sie das Training fest in Ihren Alltag ein. Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche sind ideal.
- Langsam steigern: Beginnen Sie mit leichten Übungen und steigern Sie die Intensität allmählich. So vermeiden Sie Überlastungen.
- Professionelle Anleitung nutzen: Ein Physiotherapeut, eine Physiotherapeutin oder ein qualifizierter Trainer bzw. eine qualifizierte Trainerin kann Ihnen Übungen zeigen, die genau auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.
Schlechte ergonomische Bedingungen am Arbeitsplatz
Schlechte ergonomische Bedingungen am Arbeitsplatz
Ihr Arbeitsplatz sollte stets ergonomisch ausgerichtet sein. Schließlich verbringen Sie hier mehrere Stunden am Tag. Eine falsche Stuhlhöhe, ungünstige Bildschirmposition oder verkrampfte Tastaturhaltung können zu Rückenproblemen führen. Besonders Bildschirmarbeiter und -arbeiterinnen sind gefährdet, da sie oft stundenlang in der gleichen Haltung verharren.
Das hilft für einen rückenfreundlichen Arbeitsplatz:
- Stuhl richtig einstellen: Ihre Füße sollten flach auf dem Boden stehen, die Oberschenkel waagerecht sein. Die Rückenlehne sollte den unteren Rücken (Lordosenstütze) aktiv unterstützen.
- Bildschirm optimal positionieren: Die Oberkante des Monitors sollte auf Augenhöhe sein, der Abstand etwa eine Armlänge betragen. So vermeiden Sie, dass Sie den Kopf nach vorne oder unten neigen.
- Tastatur und Maus ergonomisch platzieren: Die Unterarme sollten beim Tippen waagerecht liegen, die Schultern entspannt bleiben. Ergonomische Tastaturen und Mäuse können helfen.
- Regelmäßige Pausen einlegen: Stehen Sie mindestens einmal pro Stunde auf, strecken Sie sich und bewegen Sie sich kurz. Kurze Dehnübungen am Arbeitsplatz lockern verspannte Muskeln.
- Zwischen Sitzen und Stehen wechseln: Höhenverstellbare Schreibtische ermöglichen es, regelmäßig zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln, was den Rücken entlastet.
- Arbeitsmittel in Reichweite platzieren: Vermeiden Sie ständiges Drehen und Beugen, indem Sie häufig benötigte Gegenstände in greifbarer Nähe positionieren
Den Rücken wirksam behandeln
Sie suchen eine professionelle Rückentherapie in Dortmund? Werden Sie endlich wieder beschwerdefrei und wählen Sie mit einer Rückentherapie die richtige Maßnahme für Ihre Gesundheit! In unserer Praxis arbeiten wir stets nach dem Motto: „Für jeden Patienten den richtigen Therapeuten, für jeden Therapeuten den richtigen Patienten“. Das bedeutet für Sie: Ihr persönliches Anliegen wird nicht nur ernst genommen, sondern auch durch die ideale Fachkraft behandelt. Ob Muskelverspannungen, Bandscheibenprobleme oder Haltungsschwächen, wir erstellen einen individuellen Behandlungsplan, der genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Vereinbaren Sie gerne einen Termin mit uns!

