Das lymphatische System fließt durch den gesamten Körper und ist entscheidend für den Abtransport von Stoffwechselprodukten. Lymphgefäße und Venen können jedoch mit zunehmendem Alter oder aufgrund von Erkrankungen Elastizität verlieren und so ineffizienter werden. Auch das Entfernen von Lymphknotenlogen führt mitunter zum Entstehen von Ödemen. An Armen und Beinen bilden sich besonders häufig Ödeme, da die Lymphgefäße an den Extremitäten gegen die Schwerkraft arbeiten müssen.
Mit einer Lymphdrainage lassen sich die Gefäße mechanisch beim Abtransport der Lymphe unterstützen. So können Sie Ödeme minimieren und Schmerzen lindern. Vysio Verde bietet professionelle manuelle Lymphdrainage in Dortmund und erklärt im folgenden Beitrag, worauf es dabei zu achten gilt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ödeme können unter anderem aufgrund von Gefäßschwäche oder auch nach einer Lymphknotenentfernung auftreten.
- Eine manuelle Lymphdrainage unterstützt die Gefäße mechanisch bei der Drainage.
- Mit einer professionellen Lymphdrainage lassen sich durch das Ödem verursachte Schmerzen deutlich lindern.
- Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, ist begleitend ein regelmäßiges muskelaufbauendes Training und gegebenenfalls eine Dauerkompression in Form von Manschetten, Strümpfen oder Hosen unabdingbar.
Ursachen und Auslöser von Ödemen
Venen und Lymphgefäße transportieren Flüssigkeit von der Peripherie zur Körpermitte. Ist der Rückfluss gestört, kann die Flüssigkeit im Gewebe verbleiben und es kommt zur Ausbildung von Ödemen. Dabei gibt es zahlreiche Risikofaktoren, die Ödeme begünstigen:
- Weibliches Geschlecht: Frauen haben meist ein weniger dichtes Bindegewebe, sodass es häufiger zu einer Gefäßschwäche kommt.
- Langes Stehen: Je mehr die Gefäße gegen die Schwerkraft arbeiten müssen, desto eher kommt es zu Ödemen.
- Lymphknotenentfernung oder -ineffizienz: Lymphknoten sind entscheidend für den Abfluss von Stoffwechselprodukten und Flüssigkeit.
Wirkungsweise der manuellen Lymphdrainage
Der Lymphfluss erfolgt von den Extremitäten in Richtung der Körpermitte. Wichtige Lymphknoten befinden sich unter anderem am Hals, an den Achseln und an der Lendenregion. Bei der manuellen Lymphdrainage wird die Lymphe mittels sanfter Massage von peripher zum jeweiligen Lymphknoten drainiert, wo der weitere Abbau erfolgt.
Ablauf einer manuellen Lymphdrainage-Sitzung
Zunächst erfolgt eine detaillierte Untersuchung, um etwaige Ödeme, Schwellungen oder Ineffizienzen der Lymphknoten zu erkennen. Anschließend übernehmen die Therapeuten und Therapeutinnen eine Aufklärung mit der Beschreibung des geplanten Verfahrens.
Die manuelle Lymphdrainage beruht auf vier Grundgriffen, die von Dr. Emil Vodder entwickelt wurden. Alle Griffe werden sanft und überwiegend kreisförmig durchgeführt, wobei zwischen einer Schubphase in Richtung des Lymphabflusses und einer passiven Entspannungsphase unterschieden wird. Folgende Techniken stehen zur Auswahl:
Stehender Kreis
Beim stehenden Kreis legt der Therapeut bzw. die Therapeutin die flache Hand mit gestreckten Fingern auf die Haut und führt kreisende Bewegungen aus, ohne die Hand dabei zu verschieben. Diese Bewegung wird mehrfach am gleichen Ort wiederholt, daher der Name „stehender Kreis“. Der Druck ist in Richtung des Lymphabflusses stärker und wird zur Ausgangsposition hin abgeschwächt. Diese Technik eignet sich besonders für Körperregionen wie Hals und Rumpf und wird häufig zu Beginn der Behandlung eingesetzt, um die zentralen Abflusswege freizumachen.
Pumpgriff
Beim Pumpgriff legt der Therapeut bzw. die Therapeutin die Handfläche mit gestreckten Fingern und abgespreiztem Daumen auf das zu behandelnde Bein oder den Arm. Durch ineinandergreifende quer und längs gerichtete Schubbewegungen wird die Lymphe rhythmisch in Abflussrichtung „gepumpt“. Dabei wird zunächst mit den Daumen- und Fingerballen Druck ausgeübt, dann folgt ein großflächiger Kontakt der Handinnenfläche. Der Pumpgriff ist besonders effektiv an den Extremitäten und erzeugt eine rhythmische Lymphzirkulation.
Schöpfgriff
Der Schöpfgriff ähnelt dem Pumpgriff, wird jedoch mit einer zusätzlichen Drehbewegung ausgeführt. Der Therapeut bzw. die Therapeutin führt erst durch einen Quer-, dann durch einen Längsschub mit der flächigen Hand eine schöpfende Bewegung aus, vergleichbar mit dem Schöpfen von Wasser. Dabei rollt die Hand auf der gesamten Hautoberfläche ab und bewegt sich in Bahnen über das behandelte Areal. Der Schöpfgriff eignet sich besonders gut für Unterarme und Unterschenkel und wurde von Vodder entwickelt, um auch den Lymphabfluss in tiefer liegenden Lymphgefäßen zu stimulieren.
Drehgriff
Der Drehgriff wird an flachen und großflächigen Körperregionen wie Rücken, Bauch oder Thorax angewendet und meist beidhändig ausgeführt. Bei dieser Technik liegt die Hand flächig auf der Haut, während durch eine sanfte Drehbewegung das tiefliegende Gewebe kreisförmig in Richtung des Abflusses verschoben wird. Der Drehgriff ist der komplexeste der vier Grundgriffe und erfordert besonderes Geschick, um die darunterliegende Flüssigkeit effektiv zu mobilisieren.
Vorteile der manuellen Lymphdrainage
Mit einer manuellen Lymphdrainage lassen sich Ödeme spürbar reduzieren und die körpereigenen Drainagefähigkeiten stimulieren. Die Behandlung bietet zahlreiche Vorteile für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden:
- Entstauung des Gewebes: Die angestaute Lymphflüssigkeit wird effektiv abtransportiert, wodurch sich Schwellungen sichtbar reduzieren.
- Schmerzlinderung: Ödematöses Gewebe kann spannen und schmerzhaft sein. Durch die Entstauung werden Druckgefühle gemindert und Schmerzen gelindert.
- Verbesserte Beweglichkeit: Die Umfangsverkleinerung durch die Ödemreduktion führt zu einer spürbaren Verbesserung der Beweglichkeit in den betroffenen Gliedmaßen.
- Steigerung der Lymphgefäß-Aktivität: Die Behandlung erhöht die Pumpleistung der Lymphgefäße von etwa 10–12 Kontraktionen pro Minute auf bis zu 20 Kontraktionen.
- Entspannung und Wohlbefinden: Die sanften, rhythmischen Bewegungen wirken beruhigend auf das Nervensystem und fördern die allgemeine Entspannung.
- Lockerung der Muskulatur: Während der Lymphdrainage werden auch die Muskeln sanft massiert, was zu einer zusätzlichen Entspannung beiträgt.
- Unterstützung der Wundheilung: Nach Operationen kann die Lymphdrainage die Heilung fördern und zur Narbentherapie beitragen.
Wie lange dauert es, bis man Ergebnisse sieht?
Die Wirkung einer manuellen Lymphdrainage ist individuell unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Schweregrad des Ödems, der Ursache und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
- Erste Effekte: Viele Patienten und Patientinnen spüren bereits unmittelbar nach der ersten Behandlung eine Erleichterung. Die Schwellung kann sich direkt nach der Sitzung verringern und das Gewebe fühlt sich lockerer an. Normalerweise hält die Wirkung einer einzelnen Lymphdrainage etwa 24 Stunden an.
- Entstauungsphase: Bei ausgeprägten Ödemen wird die Behandlung in der Entstauungsphase täglich durchgeführt. Diese intensive Phase dauert je nach Schweregrad etwa zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit können Sie eine deutliche und fortschreitende Reduktion der Schwellung erwarten.
- Erhaltungsphase: Nach erfolgreicher Entstauung folgt die Erhaltungsphase, in der die Behandlung in der Regel ein- bis zweimal pro Woche stattfindet. Hier geht es darum, das erreichte Ergebnis zu stabilisieren und weiteren Stauungen vorzubeugen.
- Langfristige Ergebnisse: Für nachhaltige Erfolge ist die regelmäßige Fortsetzung der Therapie entscheidend. In Kombination mit Kompressionstherapie und moderater Bewegung mit einem muskelaufbauenden Krafttraining lassen sich die Ergebnisse langfristig erhalten und sogar weiter verbessern.
- Wichtig zu wissen: Um das Therapieergebnis zu sichern, sollte das behandelte Bein oder der Arm im Anschluss an die Lymphdrainage mit einer Kompressionsbandage oder einem medizinischen Kompressionsstrumpf versorgt werden. Ausreichend Flüssigkeit zu trinken und sich nach der Behandlung moderat zu bewegen – etwa durch Spaziergänge – unterstützt den Erfolg zusätzlich.
Anwendungsbereiche der manuellen Lymphdrainage
Die manuelle Lymphdrainage kommt in erster Linie bei Lymphödemen zum Einsatz. Nach operativen Eingriffen sind Schwellungen überaus häufig. Eine manuelle Lymphdrainage gehört daher nicht selten zum empfohlenen Rehabilitationsplan. Bei Lipödemen handelt es sich um eine krankhafte Vermehrung von Fettzellen. Auch hier kann eine regelmäßige Lymphdrainage zur Verstoffwechselung beitragen.
Sicherheit und Risiken der manuellen Lymphdrainage
Wenngleich eine manuelle Lymphdrainage mit zahlreichen Vorteilen einhergeht, sind für den optimalen Behandlungserfolg auch die Risiken stets mit einzubeziehen. Das größte Risiko liegt in der falschen Durchführung der Drainage, wobei es zu einer zusätzlichen Stauung und somit Verschlechterung der Beschwerden kommen kann.
Bei akuten Thrombosen darf keine Lymphdrainage erfolgen, da es zu einer Lösung des Thrombus und somit einem Gefäßverschluss kommen kann. Auch bei Entzündungen von Haut und Muskeln ist eine Lymphdrainage kontraindiziert, um durch den Druck keine weiteren Gewebeschäden zu riskieren.
Fazit
Eine manuelle Lymphdrainage hilft dabei, Ödeme zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Sowohl bei Gefäßschwäche als auch nach operativen Eingriffen kann eine manuelle Lymphdrainage von Vorteil sein. Für den gewünschten Anwendungserfolg ist das Hinzuziehen von qualifizierten Therapeutinnen und Therapeuten entscheidend.

